Wer nicht meine EMW story lesen will kann auch gleich zu den technischen Daten oder den Bildern springen.

Die EMW story:

Nachdem ich mit meiner Freundin eine BMW R25/0 restauriert habe bin ich auf den Geschmack des Motorrad-fahrens und Oldtimer-Restaurieren gekommen. Also musste ein Oldtimer und der "Moped"-Führerschein her.

Die Motorräder mit der dynamischten und somit schönsten Linie sind eindeutig solche mit Stahlpress-Rahmen. Da ich eine Hinterrad-Federung wollte und ich nicht beireit war das Geld für eine BMW in die Hand zu nehmen, viel die Wahl auf den Ost-Nachbau.

Der Führerschein war bestanden und die Suche nach einer fahrbereiten EMW wurde im Oberbayrischen fündig. Der Motor sprang gut an, lief schön auf dem kleinen Gelände war alles bis zum dritten Gang testbar. Der Halbprofi mit seinem kleinen Sohn erzählte noch, das er das Gerät in Teilen gekauft hat und beim Zusammenbauen alles restauriert hat was es nötig hatte. Nachdem man sich (nach dem Abbauen des Beifahrersattels) noch über den Preis einigte, kam das Gerät auf den Hänger und wurde durch den Regen nach hause geschippert.

Auf dem Heimatlichen Gelände getestet kam die erste Ernüchterung. Der vierte Gang rutschte raus. Also Motor und Getriebe raus und neues Zahnrad für den vierten Gang rein - ansonsten schaut das Getriebe ganz gut aus. Die Elektrik nochmal geprüft und ab zum TÜV und zur Zulassungsstelle. Keine größeren Probleme - ausser, daß ein Anhänger mit der gleichen Rahmennummer in Norddeutschland zugelassen war.

Und dann die erste Ausfahrt: 35km über Land und an der Ortsgrenze am Zielort geht der Motor aus - Kupplung gezogen und Ausrollen. Nun lässt sich auch mit dem Antreter der Motor nicht mehr bewegen. Also mal wieder rauf auf den Anhänger und ab in die heimatliche Werkstatt. Da der Winter naht entschliesse ich mich, nun zu einer total Restauration.

Also alles komplett zerlegen und alle Teile inspizieren und wenn nötig überholen (was ich seit diesem Motorrad grundsätzlich mache - es gibt keine Restauration auf die man sich verlassen kann ausser der eigenen). Bei diese Radikalkur ist die Diagnose des geblockten Motors auch ganz eindeutig: Vater und Filius haben bei ihrer "Restauration" auf die Feingewinde Schrauben verzichtet und stattdessen standard Schrauben direkt in das weiche Alu gedreht. Dabei haben sie nicht nur die Gewinde zerstört sondern auch schöne glänzende Späne ins Kurbelgehäuse produziert, was die Kurbelwelle übel nahm.

Da die Maschine nicht sehr selten und auch nicht ganz orginal ist, hab ich mich von dem eintönigen BMW und EMW schwarz abgewandt und ein elegantes dunkel blau gewählt. Die Farbe mit der echten Handlinierung (von einem ehemaligen Porzelanmaler) hat ihr schon viel Beachtung auf Oldtimertreffen gebracht. Die echten Spezialisten erkennen aber natürlich sofort, daß das keine BMW ist.

Sie ist zwar eine echte Schönheit, aber wie Diven nun mal so sind zum Fahren ist sie nicht so richtig einfach und spritzig. Zum einen macht ihr Rahmen und Fahrwerksaufbau nicht gerade den "Kurven-Figther" aus ihr und zum anderen sind die 170kg Leergewicht nicht gerade wenig für die 12,5 Pferde, die auch noch von einer gigantischen Schwungmasse gezügelt werden. Elegantes Cruisen ist aber allemal drin, wenn sie läuft. Was leider nicht allzu zuverlässig der Fall ist - oft aber auch mein eigenes Verschulden.

Die grösseren Probleme bisher:

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Technische Daten:
 

Typ:

EMW R35/3

Baujahr: 

1958

Motor:

Stehender Einzylinder, kopfgesteuert

Hubraum:

340 ccm

Dauer Leistung:

12,5 PS bei 4250 U/min

Höchstleistung:

14 PS bei 5250 U/min

Maximales Drehmoment:

2,16mkg bei 3000 U/min

Kühlung:

Luft (Fahrtwind)

Leergewicht:

170 kg

Zul. Gesamtgew.:

365 kg

Reifen vorn:

3,50-19

Reifen hinten:

3,50-19

Höchstgeschwindigkeit:

100 km/Std

Fuss-Bremse:

innen Backen hinten

Hand-Bremse:

innen Backen vorn

Radstand:

1400mm

Lichtmaschine:

6V / 45/60W

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Bilder:

 

 

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